10. März 2008Greenpeace ruft Ciba an GV zum Zahlen auf

Mindestens 400 Mio. Fr. für Altlasten-Stiftung gefordert

Basel. Greenpeace ist an der heutigen Ciba-Generalversammlung Spalier ge-standen. Umweltaktivistinnen empfingen die Aktionäre mit lebensgrossen Giftzwergen und verteilten Protestkarten. An der GV selber fordert Greenpeace Ciba auf, ihre Altlasten-Politik zu ändern: Sie soll ihre Blockadehaltung aufge-ben und nach Novartis-Vorbild ihren Anteil an den Chemiemüll-Deponien in eine Sanierungs-Stiftung einzahlen.

Ciba-Giftzwerg

Die Altlasten-Politik der verschiedenen Chemiekonzerne könnte unterschiedlicher nicht sein: Novartis hat eine 200-Millionen-Franken-Stiftung zur Deponie-Sanierung gegründet und Roche lädt Greenpeace in Fachgremien ein. Doch im Ge-gensatz dazu, nimmt Ciba eine Blockadehaltung ein. Anstatt mit Greenpeace jetzt in einen Dialog zu treten und die vorgebrachten Expertisen zu prüfen, verweigern die Ciba-Manager das Gespräch. Das ist ein miserables Stakeholder-Management! In Bonfol mussten Umweltverbände vor Gericht, bis Ciba bereit war, das BCI-Sanierungsprojekt, das nicht dem heutigen Stand der Technik entsprach, zu korri-gieren.
Ciba hat an Glaubwürdigkeit verloren. Sie muss jetzt ihre Unternehmensverantwor-tung wahrnehmen und nach Novartis-Vorbild ebenfalls Geld in eine Stiftung zur Altlasten-Sanierung einzahlen. Gemäss bekanntem Verteilschlüssel dürfte Ciba etwa das Doppelte vom Novartis-Betrag für ihre Deponien in der Region Basel zu zahlen haben, also mindestens 400 Millionen Franken. Matthias Wüthrich, Altlasten-Experte von Greenpeace Schweiz fordert die neue Ciba-Konzernleitung auf: «Wider-legen Sie die Hinweise, wonach Ciba Ihre Deponie-Rückstellungen anderweitig auf-gebraucht hat. Beweisen Sie, dass Ciba solvent ist und ihr die Beseitigung des De-ponie-Problems wichtig ist!»
Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, protestierten Greenpeace-Aktivisten mit einem Spalier von lebensgrossen, zum Teil lebensechten und lautstarken Gift-zwergen am GV-Zugang und verteilten Zwergenpost: Die Aktionärinnen konnten den Giftzwergen Worte des Protests in die Sprechblase legen und Zahlungsforde-rungen für die Totalsanierung unterschreiben.

Hier gehts zur Giftzwerg-Gallerie:
http://www.totalsanieren.ch/giftzwerg

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