Vom Reichtum, einem Portemonnaie, Giftzwergen und kontaminiertem Material
Ich bin reich: Ein schier vasellanisches Gefühl – nicht zwingend angenehm – ergreift mich beim Ausfüllen der Steuererklärung. Und für Gartenarbeit war dieses Wochenende auch Zeit. Damit nun – hoffentlich – die Blumen für meine Frau wachsen, ohne dass mir mein Nachbar mir zuvorkommt. Doch das Wochenende ist vorbei und die Giftzwerge rufen.
Casting der Giftzwerge
Am Vormittag telefoniere ich mit Leuten von Pro Natura und vom WWF um anzufragen, ob sie den Wettbewerb, der am Mittwoch dem Publikum vorgestellt wird auch auf ihren Versand nehmen. Dann eine ausgedehnte Sitzung zur Vorauswahl zum “Giftzwerg des Jahres” im Grossen Sitzungszimmer. Die sieben Besten werden von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt. Infos folgen später auf dieser Homepage.
Ein Akkuschrauber für den Margelacker
Mit einer Suppe im Bauch sitze ich ins Tram zum Zürcher HB, um gleich wieder ins Büro zurückzukehren. Vor lauter Reichtum habe ich nämlich meine Geldtasche liegen gelassen – ohne GA und ohne Geld ginge vieles ein wenig langsamer. Kaum in Basel angekommen kommt bereits Rebekka von der Regru Basel um den Akkuschrauber, die dazugehörigen Schrauben abzuholen: Die Regru montiert nämlich heute wieder das Infoplakat am Margelacker.
Das grosse Loch Le Letten
Jetzt ist es höchste Zeit einen Blick in Richtung Schönenbuch zu werfen! In den letzten Wochen habe ich mich oft gefragt: Wann wird bei der Chemiemüll-Deppnie Le Letten endlich wieder Ruhe einkehren? Was wird noch alles zum Vorschein kommen? Wichtiger als die Ruhe ist aber die Frage: Wie lange dauert es noch bis Dani Vasella, Franz Humer und Armin Meyer die Deponien Rund um Basel sanieren?
Bei Le Letten schaut es immer noch ähnlich aus, wie vergangenen Mittwoch.
Mit einer Ausnahme: der ausgehobenen Seite der Deponie wurden jetzt Kunststoff-Folien platziert, wohl um zu verhindern, dass der Chemiemüll in den Acker zurück gelangt. Am vergangenen Mittwoch habe ich gesehen, wie vielfarbig die Erde ist, die noch nicht ausgehoben wurde. Nicht ganz natürlich würd ich mal tippen.
Kontaminiertes Material
Was ich auch noch sehe: Zwei Kübel mit mutmasslich kontaminiertem Material. Das Zeugs stinkt seinen typischen Letten Cocktail-Chemiegeruch.
Wir wollen nicht warten bis im Herbst
Die Chemie will im Herbst den nächsten Bericht vorstellen. Solange wollen wir nicht warten. Wir wollen jetzt klare Zugeständnisse – und zwar in Richtung Totalsanierungen. Keine gefährllichen Experimente mehr! Es ist ja schon länger bekannt, dass die Deponie Le Letten alles andere als dicht ist. Also ist zu erwarten, dass weiterhin Grundwasser und betroffene Quellen verschmutzt werden. Solches Wasser möchte ich nicht trinken meine Herren von Roche, Novartis, Ciba,… Jeder Bauer wird sanktioniert, wenn er gegen den Gewässerschutz verstösst. Dass für die Chemische Industrie andere Regeln gelten sollen, kann ich absolut NICHT akzeptieren. Es ist jetzt Zeit für technisch hochstehende Totalsanierungen.
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