Montag, 26. März 2006
Das Wochenende ist vorbei, der Frühjahrsputz zu Hause unvollständig und schon wieder geht die Woche los mit Besprechungen und vorbereitender Arbeit und dann um
11:30 Uhr Besuch auf der Chemiemülldeponie Le Letten
Auf der Teilsanierungs-Stelle angekommen frage ich einen Arbeiter, was derzeit ansteht (an Arbeit). Es wird mir erklärt, sie seien am “Regenwasser abpumpen”.
Auf die Frage, wohin das Wasser denn komme, wird mir gesagt, “nebenan”. Darauf mache ich mir selber ein Bild.
Als ich vor der Grube stehe sehe ich, dass nicht mehr viel Wasser drin ist.
Eine Pumpe steht am Rand der Deponie und pumpt das Wasser vom Loch nach oben.
Das Wasser wird direkt auf den Waldboden am Waldrand gegossen.
Etwas später frage ich den zuständigen Ingenieur, ob vom Wasser, das herausgepumpt wurde, Proben genommen worden seien. Die Frage wird quittiert mit, “ich soll nicht spinnen” (“Il ne faut pas déconner”). Es sei ja nur Regenwasser.
Bin ich ein Spinner, wenn ich vermute, es könnten im “Regenwasser” noch so einige unschöne Stoffe vorhanden sein?
Greenpeace befürchtet schon seit die Grube geöffnet wurde ein (zusätzliches) mobilisieren von Deponie-Chemikalien durch Niederschläge (Regen und Schnee) sowie seitlich eindringendes Hangwasser ins Grundwasser.
Am vergangenen Freitag wurde von Greenpeace beobachtet, dass der Deponiegrund (Sohle) nur unvollständig mit Blachen ausgelegt war. Die Niederschläge konnten ungehindert in die Grube gelangen (Schnee und Regen). Novartis und Co. haben offenbar auch keine geeigneten Massnahmen ergriffen, um Wassereinbrüche in die geöffnete Deponie zu verhindern und folglich und den Rückstau von Deponiewasser sowie das ausschwemmen von Stoffen ins Grundwasser provoziert.
Vermutungen zum gepumpten Wasser
Das gestaute Wasser wird unbehelligt auf den Waldboden gepumpt. Leider konnte ich selbst kein Wasser auffangen um zu überprüfen, was sonst noch alles im “Regenwasser” drin war. So kann ich es auch nichts Beweisen und wir bleiben bei Vermutungen. Was klar ist: Das Wasser ist weg und im Waldboden versickert.
Für Greenpeace ist es inakzeptabel, dass wohl der mit Regenwasser und Deponie-Sickerwasser gemischte Rückstau nicht analysiert und einfach so in den Wald gegossen wird. Ebenso wenig kann akzeptiert werden, dass offenbar keine Angaben darüber vorhanden sind, wie viel Wasser bereits im Untergrund versickert ist.
Fehlende Bilanzen – fehlende Analysen
Es scheint weder Wasserbilanz noch Wasseranalysen der verganenen Regentage (vergangener Woche) zu geben.
Ôhnlich wie in den 60er Jahren
In den 60er Jahren ist es ab und zu vorgekommen, dass die chemische Industrie Wasser aus der Deponie Bonfol in den Wald gepumpt hat.
Man könnte heute den Eindruck erhalten, dass Novartis, Ciba und Syngenta noch immer auf dem technischen Stand der 60er Jahre arbeiten.
Greenpeace erwägt nun, rechtliche Schritte einzuleiten.
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