Eine Geschichte von Blumen, Lügen und nicht vorhandenen Schutzmassnahmen
Mittwoch, 14. März 2007
Was bedeuten die Blumen, die heute ein Nachbar meiner Frau geschenkt hat? Bin ich wegen dieser Chemiegeschichten zu oft unterwegs? Heute war ich jedenfalls wieder im nahen Elsass.
Am Montag und am Dienstag habe ich beobachtet, wie die Arbeiten, die eigentlich nur eine kleine Räumung von “belastetem Bauschutt” hätte werden sollen immer grössere Dimensionen annahmen. Heute wurde von 450 Tonnen gesprochen, die abgetragen und in Strasbourg in einer Sonderverbrennungsanlage entsorgt werden sollen.
Am Montag habe ich berichtet, wie die Arbeiter ohne irgendwelchen Schutz gegraben haben und das ätzende Nitrobenzol gerochen.
Die deutliche Ãoeberschreitung der Werte wurde dann am Dienstag auch von einer Fachstelle gemessen und bestätigt. Das weiss die IGDRB.
Lüge der IGDRB am Fernsehen

(Bild ohne Videolink)
Herr Conrad Engler von der IGDRB hat heute Vormittag das Telebasel angelogen. Er sagte: “Von dem Moment an, wo wir dann mit dem Bagger rein sind, sind auch die Schutzmassnahmen getroffen worden für die Arbeiter.”
(Bild mit Videolink zu “Schweiz Aktuell” vom 14.3.2007)
Die selbe Geschichte hat er dem Schweizer Fernsehen zu verkaufen versucht: Hier sagte er “als wir angefangen haben, war das nur an der Oberfläche und hatte eigentlich auch keine Emmissionen gehabt, das heisst, zum Zeitpunkt, wo wir eigentlich an der Oberfläche gearbeitet haben, gab es keinen Grund irgendwelche Schutzvorrichtungen zu machen. Im Moment als wir mit graben und schürfen angefangen haben, dann ist klar, dann sind Geruchsemmissionen und andere Emmissonen da gewesen dann haben diese Leute Schutzanzüge getragen und alle sind Sicherheitsmassnahmen befolgt die nötig gewesen waren insofern”.
Oder vielleicht versteht er unter “Schutzmassnahmen”, dass die Arbeiter mehr anhaben als nur ihre Unterhose? Dann hätte er wieder die Wahrheit gesagt, wie unser Video und der Film vom Montag beweist.
Glücklicherweise wurde Herrn Englers Aussage mit Hilfe von unseren Bildern vom Montag demontiert. Ãoeberhaupt habe ich in den letzten Tagen wiederum viel seriöse Medienarbeit miterlebt.
Das interesse heute anlässlich der Besichtigung der Deponie Le Letten ist gross. Es berichten Schweizer Fernsehen, TeleBasel, BaZ, Radio France Alsace über den Anlass. Dazu habe ich mir ein paar Notizen gemacht.
So gibt es wieder einemal einen langen Arbeitstag und meine Partnerin muss ich aufs Wochenende vertrösten. Ihr will ich zumindest eine Blume wachsen lassen – eine schöne fette Sonnenblume, welche in Schönenbuch auf unkontaminiertem Gelände wachsen soll. Die will ich ihr dann schenken. Dann fühlt sich vielleicht auch mein Nachbar nicht mehr gezwungen, ihr Blumen zu schenken – oder?
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