Vor ein paar Tagen war ich in Kölliken. Was? Kennt Ihr nicht? Nie gehört? Muss man nicht kennen? Kölliken liegt im Kanton Aargau und ist der Standort der grössten Sondermülldeponie, die es je in einem besiedelten Gebiet gegeben hat. 350.000 Tonnen giftigen bis hochgiftigen Materials sind hier abgelagert, darunter eben auch wieder die gewohnt langlebigen Hinterlassenschaften der Basler Chemie. Zwischen 1978 und 1985 wurden sie fröhlich verlocht; zu einer Zeit also, in der man noch nicht an irgendwelche “Restrisiken” einer Tongrube glaubte. Heute immerhin sind wir einen Schritt weiter. Nachdem man herausgefunden hat, dass Wasser bergab fliesst -pardon-, dass sich die Fliesswasserströme im Deponieinneren doch anders verhalten als zunächst angenommen (so dass sich also langsam aber deutlich Vergiftungen des Grundwassers ausgebreitet haben), wird heute… TOTALSANIERT! Jawohl, hier wenigstens nimmt unser aller Traum Gestalt an, denn bis 2012 soll der ganze Schmodder ausgehoben und bereinigt sein.
Und so reiben sich die friedlich grasenden Schäfli verwundert die Augen ob der umtriebigen Bautätigkeit – aber sie ahnen wahrscheinlich auch nicht, dass sie auf einer riesigen Zeitbombe weiden! Denn viele der hier vergrabenen Abfallstoffe haben eine Halbwertzeit von mehreren hundert Jahren. Das bedeutet, dass sie erst nach 20-30 Menschengenerationen die Hälfte ihrer Toxizität verlieren! Uiuiui – bei dem Gedanken wird mir wieder Angst und bange wegen des Giftmüllgürtels, der hier nach wie vor rings um Basel liegt. “Totalsanieren jetzt!”, kann deshalb nur die Devise sein, damit weder Mensch noch Schäfli die Folgen ausbaden müssen.
Die Deponie kann übrigens sowohl real als auch virtuell besichtigt werden:
www.smdk.ch
U L i.
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