16. Juni 2006Deponie-Chemikalien im Basler Trinkwasser!

Das Trinkwasser aus der Muttenzer Hard für über 100′000 Menschen im Grossraum Basel ist mit Deponie-Chemikalien belastet. Dies zeigen Analysen, die Greenpeace heute an einer Pressekonferenz veröffentlicht hat. Im Trinkwasser hat Greenpeace Gift-Stoffe gefunden, die auch im stark verschmutzten Grundwasser der Chemiemülldeponien Feldreben und Rothaus in Muttenz vorkommen. Daraus lässt sich schliessen: Die auslaufenden Chemiemülldeponien kontaminieren das Trinkwasser. Greenpeace fordert sofortige Trinkwasserschutz-Massnahmen und die Totalsanierung der Gift-Deponien auf Kosten der Verursacher.

Seit mehr als vier Jahren fordert Greenpeace systematische Untersuchungen des Basler Trinkwassers auf Chemikalien aus den wenige hundert Meter nahen Muttenzer Chemiemülldeponien. Doch die Basler Chemie und die Gemeinde Muttenz tun dies als unnötige Panikmache ab. Noch Ende Februar behauptete Novartis an ihrer Generalversammlung, die Chemiemülldeponien seien keine Gefahr für das Basler Trinkwasser.

Greenpeace musste daher handeln: Die Umweltorganisation nahm zweimal Proben aus einem öffentlich zugänglichen Trinkwasserbrunnen der Hardwasser AG und liess sie vom Pariser Speziallabor Suez Environnement analysieren.

Im Trinkwasser der Hardwasser AG wurden typische Deponie-Chemikalien nachgewiesen, die auch im Grundwasser bei den Chemiemülldeponien Feldreben, Margelacker und Rothaus gefunden wurden oder auf einer internen Deponie-Stoffliste der Basler Chemiekonzerne erwähnt sind. Nachgewiesen wurde u.a. giftiges Hexachlorbutadien, das im Verdacht steht, Missbildungen und Krebs zu erzeugen.

Der Analysebefund untermauert den Verdacht, den Greenpeace seit Jahren hegt: Die Chemiemülldeponien kontaminieren das Trinkwasser für den Grossraum Basel. Da die Grundwasserverhältnisse in der Muttenzer Hard sehr kompliziert sind und schnell ändern, bilden die Greenpeace-Analysen nur eine Momentaufnahme. Das tatsächliche Ausmass der Trinkwasserverschmutzung ist mit diesen beiden Analysen nicht abschliessend erfasst. Vieles deutet darauf hin, dass die von Greenpeace im Trinkwasser gefundenen Chemikalien wahrscheinlich nur einen Teil der gesamten Belastung zeigen. Deshalb fordert Greenpeace:

  • Sofortige Offenlegung aller Trinkwasseranalysen der Basler Chemischen Industrie, der Hardwasser AG, der IWB, des AUE BL, des kantonalen Laboratoriums BL sowie der Gemeinde Muttenz. Sofortige Massnahmen zum Schutz des Basler Trinkwassers vor Chemiegift.
  • Sofortige, systematische Untersuchungen der einzelnen Trinkwasserbrunnen in der Muttenzer Hard mittels Screening-Analysen von Sammelproben.
  • Ultimative Totalsanierungen der auslaufenden Chemiemülldeponien rund um das Trinkwassergebiet der Muttenzer Hard auf Kosten der Verursacher Novartis, Ciba, Syngenta und Clariant.

«Der Chemiemüll muss endlich weg. Die Menschen haben âEUR” auch in der Schweiz – ein Recht auf sauberes Trinkwasser!», fordert Kaspar Schuler, Geschäftsleiter von Greenpeace Schweiz.

Weitere Informationen:

Greenpeace.ch Informationen zu den Altlasten im Grossraum Basel

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